Allianz-Chef: Keine Gleichbehandlung von Versicherungen und Banken

Allianz-Chef Michael Diekmann hat bei den geplanten Eigenkapitalregeln für die Finanzindustrie davor gewarnt, Versicherungen und Banken gleich zu behandeln. Überzogene Ansätze und eine aus unsinnigen Gründen geforderte Kapitalaufnahme würde die Versicherungen nur unnötig schwächen, so die Sorge von Diekmann.

Grundsätzlich sei die Ansteckungsgefahr bei einer Schieflage eines Unternehmens im Kerngeschäft der Versicherungswirtschaft wesentlich geringer als bei Kreditinstituten, so Diekmann. Die Versicherungen seien in der Finanzkrise verlässliche Investoren gewesen und hätten anders als viele Banken keine Liquiditätsengpässe gehabt. Ein weiterer Unterschied sei, dass Versicherungen nicht den schnellen Profit als Hauptziel verfolgen, sondern stets langfristige Geldanlagen bevorzugen.

Dieckmann sieht die derzeitige Finanzkrise noch nicht als überwunden an, es gebe "immer wieder neue Brandherde". Diese Einschätzung teilt auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), der größtenteils noch keinen selbsttragenden Aufschwung sieht. Allerdings bekräftigte Schäuble die Forderung, dass sich der Finanzsektor an den Krisenlasten beteiligen müsse. Geplant ist, bestimmte Maßnahmen zu ergreifen, die den Umgang mit Finanzkonzernen in Schieflagen, regeln. Dies soll in enger Abstimmung mit Frankreich geschehen.

Geschrieben am 16.Februar 2010 von mh