- Startseite
- Vergleichsrechner
- Kontakt
- Registrieren
EU führt Mikrokredite für Existenzgründer ein
Ähnlich wie schon seit längerem in Entwicklungsländern üblich, führt nun auch die Europäische Union Mikrokredite für Existenzgründer ein, um mit Mini-Darlehen neue Kleinstunternehmen zu unterstützen. Am Montag trafen die Arbeitsminister der 27 EU-Staaten auf einem Treffen in Brüssel einen entsprechenden Beschluss hierzu. Demnach sollen Arbeitslose ab Juni die Möglichkeit haben, für die Gründung eines Kleinstunternehmens mit Krediten von bis zu 25.000 Euro unterstützt zu werden.
Bis 2014 soll hierzu ein Budget in Höhe von 100 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden. Zusammen mit Geldern von anderen internationalen Institutionen wird ein Kreditvolumen von insgesamt 500 Millionen Euro angestrebt. Mit dieser Summe könnten über 45.000 Existenzgründer unterstützt werden. Beantragt werden können die Mikrokredite von Firmen mit weniger als 10 Mitarbeitern und maximal 2 Millionen Euro Umsatz - das trifft laut EU-Kommission auf 91% aller europäischen Firmen zu. Das Geld kann als Kredit, Bürgschaft, Beteiligungskapital oder Fortbildungsfinanzierung genutzt werden.
Die genauen Vergaberichtlinien sind nicht bekannt, nur dass die Vergabe der Mikrokredite "unkonventionell" erfolgen soll, d.h. es werden wohl weniger strenge Richtlinien an die Vergabe geknüpft als bei klassischen Bankkrediten. Wer einen Mikrokredit der EU beantragen möchte, kann das ab sofort bei einer Bank oder Sparkasse tun, die diesen Antrag an die EU weitergibt. Die Bereitstellung der Gelder erfolgt durch die Europäische Investitionsbank und dem Europäischen Investitionsfonds. Noch nicht geregelt sind die Rückzahlungsmodalitäten.
In Deutschland wurde ein ähnliches Konzept bereits auf nationaler Ebene geplant, deshalb stimmte man auch gegen die Entscheidung des EU-Ministerrates. Die Zustimmung des Europaparlaments lag bereits vor, nun soll der Beschluss konkret umgesetzt werden. Mit den Mikrokrediten soll die Arbeitslosigkeit in Europa verringert werden. Die Arbeitslosenquote liegt aktuell durch die Wirtschaftskrise EU-weit bei 9,5%, das entspricht fast 23 Millionen Menschen.