Flucht der Anleger in Gold lassen Goldpreis steigen

Der Goldanalyst der Erste Bank, Ronald Stöferle, rechnet aufgrund der starken Nachfrage der Anleger und Rückläufigkeit der Goldproduktion noch für diesen Sommer mit einem Anstieg des Goldpreises von derzeit 848 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) auf 1200 Dollar. Dadurch könne der Einbruch in der Schmuckindustrie mehr als kompensiert werden.

Aufgrund der Finanzkrise stocken derzeit nicht nur asiatische, arabische und chinesische Notenbanken ihre Goldreserven auf, sondern auch immer mehr Private erwarten von der Anlage in Gold Schutz vor der Inflation. Zwar sei Inflation momentan kein Thema, Stöferle glaubt jedoch, dass dies durch die „Gelddruckaktionen“ der Regierungen für die vielen Rettungspakete bald wieder eins werden könne.

Nachdem der Goldpreis noch im vergangenen März zum Preis von mehr als 1000 Dollar pro Feinunze auf einem Allzeithoch geklettert war, fiel er im Herbst schon wieder auf fast 700 Dollar herunter. Momentan befindet sich der Preis für eine Feinunze bei 848 Dollar und Experten von der Nachrichtenagentur Bloomberg erwarten für heute einen Anstieg auf durchschnittlich 910 Dollar. Somit wäre das Jahr 2009 das achte Jahr in Folge, in dem der durchschnittliche Goldpreis steigt. Viele Investoren hatten schon im Vorjahr rund 29 Billionen Dollar (22 Milliarden Euro) aus Aktien abgezogen, um sie unter anderem in Gold zu investieren. Auch der größte börsennotierte Goldfonds, SPDR Gold, erhöhte seine Bestände von 627,88 auf 780,23 Tonnen.

Dem Abwärtstrend beim Preis im Vorjahr war Gold nur einer von vier Rohstoffen, die sich dem widersetzen konnten. Der entsprechende Index fiel um 36 Prozent. Dagegen erwarten die Experten bei Silber, Platin und Palladium aufgrund der Wirtschaftskrise auch weiterhin fallende Preise. Platin wird neben der Schmuckindustrie vor allem in der Autoindustrie zur Herstellung von Katalysatoren verwendet.

Geschrieben am 13.Januar 2009 von mh