Keine American Express-Ausgabe mehr in Italien

Die italienische Zentralbank Banca d'Italia, die zugleich auch die Bankenaufsicht ist, hat dem amerikanischen Kreditkarten-Unternehmen American Express untersagt, weitere Kreditkarten in Italien auszugeben. Grund: Das Unternehmen verlange für seine Dienste hohe Zinsen und praktiziere intransparente Geschäftspraktiken.

In Italien wurden bislang 926.000 American Express Karten ausgegeben. Fast 25% davon sind so genannte "Revolving Cards", mit denen die Kunden einen echten, in Raten abzuzahlenden Kredit eingeräumt bekommen. Wie das "Handelsblatt" berichtet, hat American Express diesen Kunden für den gesamten eingeräumten Kreditrahmen Zinsen berechnet und nicht nur für die tatsächlich in Anspruch genommene Summe. Die Zinsen, die nach Einschätzung der Notenbank sowieso schon hoch waren, wurden damit zu echten Wucherzinsen. Ein weiterer Kritikpunkt der Aufsicht ist die Intransparenz bei American Express. So sollen die Kunden über den automatisch eingeräumten Kreditrahmen noch nicht einmal informiert worden sein und das Kundenarchiv des US-Unternehmens sei nicht detailliert genug geführt.

Der Ausgabestopp für American Express Karten wird erst dann angehoben, wenn American Express die Kritikpunkte angenommen und seine Konditionen entsprechend verbessert hat. Alle bislang ausgegebenen Karten funktionieren aber weiterhin wie gehabt.

Geschrieben am 12.April 2010 von mh