Mehr Selbstanzeigen aus Angst vor Steuersünder-Datei

Nachdem die deutschen Behörden den Kauf einer Steuersünder-Datei angekündigt haben, geht Angst unter den Betroffenen um. Nun hagelt es bei den Finanzbehörden Selbstanzeigen. Wie eine Sprecherin der Finanzverwaltung mitteilte, gingen bis einschließlich Montag alleine bei den Berliner Finanzämtern 36 Selbstanzeigen wegen Steuerhinterziehung ein. Die Sprecherin begrüßte diese Entwicklung.

In Hamburg gab es bislang (Stand Montag Nachmittag) 10 Selbstanzeigen ein, in Schleswig-Holstein vier, wie der "Focus" berichtet. Von den in Niedersachsen insgesamt 32 Personen, die eine Selbstanzeige gestellt haben, sind laut einer Sprecherin des Finanzministeriums Steuernachzahlungen von ca. 2,6 Millionen Euro zu erwarten. In Hessen haben sich laut der Oberfinanzdirektion 27 Personen selbst angezeigt, die Zahl der in Bayern registrierten Selbstanzeigen ist noch nicht bekannt.

Wenn die Selbstanzeigen von Steuersündern rechtzeitig eingehen, d.h. wenn noch nicht gegen sie ermittelt wird, und wenn sie die hinterzogenen Steuern plus Zinsen fristgerecht nachzahlen, können die Betroffenen straffrei ausgehen.

Geschrieben am 11.Februar 2010 von mh, Bild: Pixelio/P. Kirchhoff